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Prävention - Früherkennung

Wie wird eine Darmspiegelung gemacht?

Wie wird eine Darmspiegelung gemacht?

Eine Darmspiegelung (Koloskopie) ist die wichtigste Maßnahme zur Untersuchung des Darms. Am häufigsten wird eine Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs durchgeführt. Bei der Untersuchung kann der Arzt das Innere des Darms betrachten und so kleine Veränderungen und Darmpolypen, eine Vorstufe von Darmkrebs, aufspüren.


Was ist eine Darmspiegelung?

  • Unter Darmspiegelung versteht man die Untersuchung des Dickdarms mit einem Endoskop. Der Dickdarm wird auch Kolon genannt. Die Untersuchung wird daher auch als Koloskopie bezeichnet. Die Untersuchung ist eine Routineuntersuchung, die in vielen Arztpraxen und Krankenhäusern ambulant durchgeführt wird. Ambulant bedeutet, dass der Patient nur für die Dauer der Untersuchung beim Arzt ist. Ein längerer Krankenhausaufenthalt ist nicht notwendig.

Welche Vorbereitungen sind nötig?

  • Vor der Untersuchung muss der Darm gut gereinigt werden, damit er völlig frei von Speise- und Stuhlresten ist. Deshalb muss man am Tag vor der Untersuchung ein Abführmittel einnehmen. Oft ist es nötig, zusätzlich nach und nach mehrere Liter einer speziellen Spüllösung zu trinken, und zwar solange, bis der Darm nur noch klare Flüssigkeit ausscheidet. Der Darm muss sauber sein, damit der der Arzt eine aussagekräftige Darmspiegelung durchführen kann.
  • Die Darmspiegelung ist in der Regel nicht schmerzhaft. Es kann aber sein, dass manche Patienten das Vorschieben des Endoskops als unangenehm empfinden. Auf Wunsch kann der Arzt vor oder während der Untersuchung ein Schmerzmittel verabreichen. Auch ein Beruhigungsmittel kann er geben. Dieses versetzt den Patienten für die Zeit der Untersuchung in einen leichten Dämmerschlaf. Dadurch bekommt der Patient weder die Untersuchung an sich, noch etwaige Unannehmlichkeiten, mit. Sind Medikamente gegeben worden, darf man keinesfalls am Tag der Darmspiegelung selbst Auto fahren.

Was passiert während der Untersuchung?

  • Für die eigentliche Untersuchung führt der Arzt zunächst das Endoskop über den After, also den Darmausgang, in den Darm ein und schiebt es vorsichtig Stück für Stück voran, den gesamten Dickdarm entlang bis zum Übergang in den Dünndarm.
  • Das Endoskop hat einen Durchmesser von sieben bis zehn Millimetern und ist etwa eineinhalb Meter lang. Das Endoskop ist mit einem optischen System, also einer Art kleiner Kamera, sowie einer Lichtquelle ausgestattet. Die Minikamera filmt die Oberfläche des Darms und überträgt die Bilder auf einen Bildschirm. Damit sich die Darmwände entfalten und wirklich alles sichtbar wird, kann der Arzt mit dem Endoskop vorsichtig Luft in den Dickdarm blasen.
  • Die eigentliche Untersuchung beginnt, indem das Koloskop langsam zurückgezogen wird. Über einen Monitor kann der Arzt jetzt jeden Winkel des Darms und die Darmschleimhaut genau betrachten und untersuchen. Eine Darmspiegelung dauert etwa 20 bis 30 Minuten.

Der Arzt kann bei einer Darmspiegelung gleich Darmpolypen entfernen

  • Das Endoskop besitzt eine Spülvorrichtung sowie Arbeitskanäle, durch die der Arzt die notwendigen, biegsamen Instrumente einführen kann. Mit ihnen kann er Gewebeproben entnehmen. Auch kleine operative Eingriffe sind über das Endoskop durchführbar. Entdeckt der Arzt einen Darmpolypen, kann er diesen direkt während der Spiegelung entfernen.
  • Darmpolypen sind Ausstülpungen der Schleimhaut im Dickdarm, die meist keine Beschwerden verursachen. Gefährlich wird es, wenn diese Veränderungen entarten, also bösartig und damit zu Dickdarmkrebs werden.

Gibt es Alternativen zur Darmspiegelung?

  • Die sogenannte virtuelle Koloskopie ist noch keine Routineuntersuchung. Bei ihr wird der Darm mit einem speziellen Computer- (CT) oder Magnetresonanz-Tomographen (MRT) aufgenommen. Instrumente werden nicht ins Körperinnere eingeführt. Ein Computer berechnet die erzeugten Bilder, dadurch lässt sich das Darminnere dreidimensional darstellen. Nachteil: Entdeckt der Arzt Polypen oder verdächtiges Gewebe, kann er diese nicht direkt entfernen, beziehungsweise keine Gewebeproben entnehmen. Zudem übernehmen gesetzliche Krankenkassen nicht die Kosten für die virtuelle Darmspiegelung.

Eine Darmspiegelung ist eine häufige und komplikationsarme Untersuchung zur Beurteilung des Dickdarms. Sie ist die aussagekräftigste Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs. Ab einem Alter von 55 Jahren kann jeder auf Kosten der Krankenkasse alle zehn Jahre eine Darmspiegelung durchführen lassen.

Publikationsdatum:   17.07.12
Datum geändert:  15.06.11
 
 

Wir über uns

Dipl.-Med. Ursula Müller

Allgemeinmedizin
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